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Ein Jahr Novocanto: Die Highlights

Posted by Michael Marti on 09.02.2017 16:00:00

Gut ein Jahr ist es nun her, dass sich das Solistenensemble Novocanto unter der musikalischen Leitung des gebürtigen Bündner Dirigenten Willi Derungs gebildet hat. Ein guter Zeitpunkt für eine Rückblende über die letzten Monate.

 

Neben zahlreichen anderen Tätigkeiten ist Willi Derungs auch künstlerischer Leiter der von ihm gegründeten Formationen Canto Classico und Orchestra Classica aktiv.

 

Aktuelle Konzerte Novocanto Aktuelle Konzerte Canto Classico

 

Herr Derungs, wie kamen Sie zu Ihrer Tätigkeit als künstlerischer Leiter von Canto Classico und Novocanto und was begeistert Sie daran?

 

Die Wurzel all meiner musikalischen Tätigkeiten ist die Begeisterung und Leidenschaft für Musik, insbesondere für die klassische Musik. Die Motivation eigene Ensembles zu gründen und aufzubauen lag darin, künstlerische Vorstellungen ganz nach den eigenen Wünschen realisieren zu können, ohne von verkrusteten Strukturen und überlieferten Traditionen darin eingeengt zu werden. Die Energie und Kraft, solche Projekte zu lancieren und (trotz schwierigen Umständen) zum Erfolg zu führen, kann man über lange Zeit nur aufbringen, wenn man diese Projekte als Herzensprojekte betreibt und dafür Mitstreiter findet, die dieselbe Ausdauer und Zielsetzung verfolgen. Das Schöne daran ist, dass man vieles ganz neu nach den eigenen Vorstellungen realisieren kann. Das geht jedoch auch weit über das rein Künstlerische hinaus und betrifft viele ökonomische und organisatorische Fragen.

 

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Unterdessen ist es gut ein Jahr her, dass Sie mit Ihrem neuen Projekt Novocanto gestartet sind. Wie lautet Ihr Zwischenfazit und was waren die prägendsten Momente in dieser Zeit?

 

Mit einem neuen Projekt verbindet man anfänglich viele Visionen und Träume. Es tauchen viele Ideen auf, was man künstlerisch alles umsetzen könnte. Der Start begann primär damit, andere Leute für die Idee und die daraus resultierenden Möglichkeiten zu gewinnen. Das Jahr war vor allem von viel Planungs- und Organisationsarbeit geprägt. Dabei gilt es viele Hindernisse zu überwinden. Es braucht die Inhalte, d.h. die Konzertprogramme wollen konzipiert werden, ohne genau zu wissen, wie diese im Endeffekt und mit welchen Leuten umgesetzt werden können. Dann kommen die Rahmenbedingungen dazu. Das Projekt braucht einen Namen, ein Gesicht in Form eines Logos und einer Website, ein Konzept und ein Management und nicht zuletzt finanzielle Mittel. Dann will auch das Ensemble personell geformt sein. Eine gute Mischung zwischen erfahrenen und jungen Sängerinnen und Sängern, die menschlich und stimmlich zueinander passen, will gefunden werden.

Das Zwischenfazit ist äusserst positiv. Das erste Konzert fand soeben sehr erfolgreich in Bern statt und wurde von der Presse positiv besprochen. Die Ensemblemischung stimmt, die Motivation der Mitwirkenden ebenso. Das ist ein Ansporn und Motivation für mich und alle Mitwirkenden die begonnene Arbeit weiter zu führen.

 

Welches sind für Sie als künstlerischer Leiter die grössten Herausforderungen bei der Organisation und Durchführung von Konzerten?

 

Die Planung und Durchführung eines Konzertprojektes ist natürlich mit sehr viel Aufwand verbunden. Die Programmkonzeption ist anspruchsvoll, gilt es diverse Faktoren unter einen Hut zu bringen: einerseits sollte dieses die Mitwirkenden ansprechen und motivieren, andererseits muss damit eine gewisse Nachfrage erzeugt werden, um entsprechend Publikum anzusprechen, was gerade für ein noch junges und wenig bekanntes Ensemble ein wichtiger Faktor ist. Das Ensemble Novocanto soll nicht nur mittels Marketing ein Gesicht erhalten, sondern auch mit seinen Konzertprogrammen an Eigenständigkeit und Unverwechselbarkeit gewinnen.

Natürlich ist auch die Koordination der Termine für Proben und Auftritte unter den mitwirkenden Sängerinnen und Sänger oder Musikerinnen und Musikern eine Herausforderung, sind diese doch auch national gefragte Solistinnen und Solisten. Und zuletzt hängt natürlich alles an den Finanzen. Reichen die Mittel aus, die geplanten Projekte zu finanzieren, wo finden sich Förderer von Kulturprojekten?

 

Was muss im Umgang mit Amateur- und Berufsmusikern speziell beachtet werden?

 

Primär sind Amateur- und Berufsmusiker Menschen und daher sind auch alle unterschiedliche Individuen. Kenntnisse in Verhaltens- und Kommunikationspsychologie sind überall von grossem Nutzen. Generell ist die Spannweite unter Amateuren so gross, dass man keine allgemeinen Aussagen für Amateure treffen kann. Eine klare Kommunikation sowie für alle gleich geltende Spielregeln, gepaart mit einer guten Organisation, sind sowohl bei Amateur- als auch bei Berufsmusikern gleich entscheidend für erfolgreiche Auftritte. Eine professionelle Einstellung zur ausgeübten Tätigkeit darf man auch von Amateuren erwarten. Amateure benötigen im Vergleich mit Berufsmusikern bei der Einstudierung mehr und umfassendere pädagogische Unterstützung. Die Vorbereitung eines Projektes dauert mit Amateuren zwangsläufig länger und verlangt nach einer guten Dramaturgie. Mit professionellen Kräften ist die vorhandene Probenzeit aus Kostengründen immer extrem knapp bemessen, was einen gut strukturierten Ablauf und das Setzen von Prioritäten bei den Proben unabdingbar macht. Eine gewisse Erfahrung des musikalischen Leiters ist hier natürlich ungemein hilfreich.

 

Ein Blick in die Zukunft: wo stehen Ihre Projekte, Novocanto und Canto Classico in 10 Jahren?

 

Mit Prognosen bin ich vorsichtig. Mit Canto Classico konnten wir im letzten Jahr das 10-Jahr-Jubiläum feiern. Ich hätte bei der Gründung 2006 nicht gewagt zu prognostizieren, was wir in diesen 10-Jahren alles erreichen würden (u.a. Schweizer Konzerttournee mit Vesselina Kasarova). Meine Erfahrung aus diesen Jahren ist auch, dass der Weg nie geradlinig verläuft und es immer Hochs und Tiefs geben wird. Auch zählt das, was gestern war, für die kommenden Projekte so gut wie nichts. Alles fängt quasi immer bei Null an.
Man muss leider davon ausgehen, dass das wirtschaftliche Umfeld (Akquise von Sponsorengeldern und Engagements) sich zunehmend schwieriger gestaltet und das Klassikpublikum trotz vieler Anstrengungen abnehmen wird. Auch das öffentliche Interesse an der klassischen Musik dürfte kaum zunehmen. Wenn es uns unter diesen Bedingungen gelingt, in Zukunft die Ensembles weiter zu etablieren und unsere Konzerttätigkeit durch spannende (auch grenzüberschreitende) Projekte und hochstehende Darbietungen den jüngeren Generationen schmackhaft zu machen, dann ist vermutlich einiges möglich. 

 

Herr Derungs, herzlichen Dank für das Gespräch und wir wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg bei Ihrer Arbeit!

 

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Topics: Interview

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